Assalam alaikum
"Friede sei mit dir" - ein universeller islamischer Gruß, der den göttlichen Segen bringt. Einfach auszusprechen, theologisch tiefgründig.
Bedeutung
Zielrichtung : "Friede sei mit dir" (Assalam alaikum = السلام عليكم). Universeller islamischer Gruß. Erwartete Antwort: "Wa alaikum assalam" ("Und Friede sei auch mit dir"). Anrufung des göttlichen Segens, gegenseitiger Respekt.
Interpretierter Sinn : Nicht-Muslime wissen oft nicht, dass es sich um einen religiösen islamischen Gruß handelt und nicht um ein einfaches "Hallo". Einige vermeiden ihn aus Angst vor Beleidigungen. Andere sprechen ihn falsch aus oder verwenden ihn unpassend, was auf mangelnden Respekt oder aufrichtige Absichten hindeutet.
Geographie des Missverständnisses
Neutral
- middle-east
- north-africa
- sub-saharan-africa
- south-asia
- southeast-asia
1. Die Geste und ihre erwartete Bedeutung
Assalam alaikum (السلام عليكم, "Friede sei mit dir") ist der universelle islamische Gruß, der von Muslimen als formelle oder tägliche Begrüßung verwendet wird. Es ist eine Anrufung des göttlichen Segens (assalam = Frieden, alaikum = über dir). Die erwartete Antwort ist "Wa alaikum assalam wa rahmatullahi wa barakatuhu" ("Und Friede, Gnade und Segen Gottes sei mit dir"), oder einfach "Wa alaikum assalam".
Im Gegensatz zum westlichen Glauben ist dies keine körperliche Geste (kein obligatorischer Handschlag, keine Verbeugung). Es ist ein rituelles Wort. Es wird jedoch oft von einer leichten Neigung des Kopfes oder einer Hand auf der Brust begleitet. Der Körperkontakt variiert je nach Kultur: in Saudi-Arabien Händeschütteln zwischen Männern; in Ägypten manchmal zwei Küsse auf die Wange; in einigen konservativen Kontexten kein Körperkontakt.
Im Koran und in den Hadithen belegt, ist es eine prophetische Praxis, die ausdrücklich geboten wird (2:157: "Und auf ihnen sei der Segen ihres Herrn und Seine Barmherzigkeit").
2. Wo es aus dem Ruder läuft: Geographie des Missverständnisses
Westlicher Kontext: Westliche Nicht-Muslime wissen oft nicht, dass dies ein religiöser islamischer Gruß ist und nicht einfach nur ein "Hallo". Einige vermeiden ihn aus Angst, "beleidigend" oder "unangemessen" zu wirken. Andere sprechen ihn falsch aus ("salem alik" statt "as-sa-LAM ah-LAY-koom") oder benutzen ihn unaufrichtig, was einen Mangel an Respekt signalisiert.
Kulturelle muslimische Variabilität: Der Gruß variiert in der muslimischen Welt. In Saudi-Arabien und den Golfstaaten ist der feste und wiederholte Händedruck zwischen Männern üblich. In Ägypten Küsse auf die Wangen (3 oder 4 je nach Region). In Südasien (Pakistan, Bangladesch), leichterer Händedruck. In Westafrika lokale synchretische Varianten (Islam + vorislamische Traditionen).
Moderne urbane Kontexte: In den großen internationalisierten muslimischen Städten (Dubai, Istanbul, Jakarta) koexistiert der Gruß mit dem westlichen Handschlag. Die jüngere Generation in den Städten kann beides mischen ("Assalam alaikum" + Handschlag).
**Nach dem 11. September wurde der Gruß im Westen nach 2001 als "verdächtig" oder "zu religiös" stereotypisiert. Einige westliche Muslime vermeiden den vollständigen Gruß aus Selbstzensur.
3. Historische Entstehung
Im Koran bezeugt (Sure 2:157, 4:86) und ausdrücklich als islamischer Standardgruß gefordert. Die Hadithe berichten, dass der Prophet Muhammad (PBUH) diesen Gruß als Zeichen der Freundschaft und des gegenseitigen Respekts lehrte. Die Praxis geht auf das 7. Jahrhundert v. Chr. (610 n. Chr.) zurück.
Im 7. bis 9. Jahrhundert wurde der Gruß im sich ausbreitenden islamischen Reich allgemein verbreitet. Mit der Ausbreitung des Islams in Nordafrika, Westafrika, Südasien und Südostasien wurde der Gruß lokal angepasst, blieb aber als universeller Kern erhalten.
Im kolonialen Kontext (19.-20. Jahrhundert) wurde die Erlösung manchmal von den Kolonialbehörden marginalisiert. Mit der Unabhängigkeit und der Wiederbelebung der islamischen Identität (20.-21. Jh.) wurde der Gruß als Identitätsmarker wiederbelebt.
4. dokumentierte berühmte Vorfälle
- Post-9/11 Profiling im Westen (2001-2010er Jahre). Muslime in den USA und Europa berichten über die Selbstzensur des Grußes aus Angst vor Stereotypisierung. Dokumentiert durch soziologische Studien (Ewing 2008 "Stolen Honor", Pew Research). Vertrauen: 4.
- Kulturelle Variabilität dokumentiert. Anthropologe Duranti (1997) und Matsumoto (2013) dokumentieren regionale Varianten des Grußes in der muslimischen Welt. Vertrauen: 5.
- Postkoloniale Identitätsbestätigung. Mit dem Aufstieg des politischen Islam (1970-2000s) wurde der Gruß als zentraler Identitätsmarker wiederbelebt. Vertrauen: 4.
5. Praktische Empfehlungen
- **In muslimischen Kontexten sollten Sie den vollständigen Gruß "Assalam alaikum" mit Aufrichtigkeit verwenden. Sprechen Sie ihn korrekt aus. Warten Sie und erwidern Sie "Wa alaikum assalam" oder die lange Variante.
- Zu vermeiden: Nicht oberflächlich oder ironisch verwenden. Nicht aus Angst vermeiden - Muslime schätzen es, wenn Nicht-Muslime ihre Begrüßung respektieren. Nicht mit anderen Grüßen verwechseln.
- Alternativen: In internationalisierten Geschäftsumgebungen ist ein fester Händedruck akzeptabel. In formellen Kontexten ist ein verbaler Gruß ausreichend.
Dokumentierte Vorfälle
- — Étude Ewing « Stolen Honor » documente l'autocensure musulmane du salut complet post-9/11 par crainte de stéréotypage en Occident.
Praktische Empfehlungen
Zu tun
- Utiliser le salut complet « Assalam alaikum » en contextes musulmans avec sincérité. Attendre réponse « Wa alaikum assalam ». Prononcer correctement.
Zu vermeiden
- Ne pas utiliser de manière superficielle ou ironique. Ne pas éviter par crainte. Ne pas confondre avec autres salutations religieuses.
Neutrale Alternativen
- Fester Händedruck in internationalisierten Geschäftsumgebungen.
- Einfache verbale Begrüßung, wenn Sie sich sehr unwohl fühlen.
Quellen
- Duranti, A. (1997). Universal and culture-specific properties of greetings. Journal of Linguistic Anthropology, 7(1), 63-97.
- Matsumoto, D. & Hwang, H.C. (2013). Cultural similarities and differences in emblematic gestures. Journal of Nonverbal Behavior, 37(1), 1-27. — ↗
- Ewing, K. P. (2008). Stolen Honor: Stigmatizing Muslim Men in Berlin. Stanford University Press.