Ziehen am unteren Augenlid (Italien)
Italienische Geste der Verachtung: Ziehen Sie das untere Augenlid nach unten, wodurch der Bindebogen freigelegt wird. "Du erzählst Lügen". Sehr regionalisiert, außerhalb Mittel- und Süditaliens unbekannt.
Bedeutung
Zielrichtung : "Ich glaube dir nicht", "Das sind alles Lügen", "Du redest Unsinn". Geste: Zeigefinger zieht das untere Lid eines Auges nach unten und legt die rote Bindehaut frei.
Interpretierter Sinn : Nicht-Italiener erkennen die Beleidigung nicht. Verwechslung mit Hygiene (Augenreinigung), Allergie oder neutraler Geste der Müdigkeit möglich.
Geographie des Missverständnisses
Offensiv
- italy-central
- italy-south
Neutral
- usa
- canada
- uk
- france
- spain
- germany
Nicht dokumentiert
- eastern-europe
- middle-east
- asia-pacific
- africa
1. Die Geste und ihre erwartete Bedeutung
Das Ziehen des unteren Augenlids mit dem Zeigefinger nach unten, wodurch die rote Schleimhaut freigelegt wird, ist ein italienisches Emblem, das "Pass auf!", "Vorsicht!", "Ich beobachte dich!", "Misstrauen!" oder manchmal "Das ist nicht wahr! Diese Geste kann auch eine freundliche Warnung oder einen Warnhinweis ausdrücken. Die Geste wird auf Italienisch "occhio!" (Auge!) genannt, wörtlich eine Erinnerung daran, dass jemand "ein Auge auf Sie geworfen hat". Die Konnotation ist im Allgemeinen eine Warnung, keine ernsthafte Beleidigung, aber sie enthält einen Hauch von Sarkasmus oder Ironie.
2. Geographie des Missverständnisses
Diese Geste ist fast ausschließlich in Italien (insbesondere Mittel- und Süditalien) und in der italienischen Diaspora zu finden. In Frankreich, Deutschland und den Vereinigten Staaten wird diese Geste nicht automatisch verstanden und kann seltsam, bizarr oder vage feindselig wirken. In Spanien und Portugal gibt es eine Variante, die jedoch weniger verbreitet ist. In Skandinavien und England ist diese Geste praktisch unbekannt. Zu Missverständnissen kommt es, wenn ein Italiener diese Geste als freundliche Geste ("Occhio, pass auf!") macht und ein Ausländer sie als seltsam, bedrohlich oder persönlich beleidigend empfindet.
3. Historische Entstehung
Der Ursprung der Geste "occhio" geht wahrscheinlich auf die alte mediterrane Kultur zurück, in der das Auge ein Symbol der Wachsamkeit und Überwachung war. Die römischen und griechisch-römischen Traditionen schätzten das Bewusstsein und die Wachsamkeit. Im Mittelalter und in der Renaissance in Italien taucht diese Geste als Warnung auf: "Ich habe dich im Auge" oder "Pass auf". Desmond Morris dokumentiert diese Geste als spezifisch italienisch seit mindestens dem 17. Die mediterrane Kultur des gegenseitigen Misstrauens (insbesondere in Sizilien und Kampanien, wo das historische organisierte Verbrechen präsent war) hat diese Geste als kodifizierte Sprache der Warnung und der gemeinsamen Wachsamkeit kristallisiert.
4. dokumentierte Vorfälle
2013 erhielt ein französischer Tourist in Sizilien diese Geste von einem lokalen Händler, der ihn vor einem Betrug in der Nähe warnen wollte, aber der Franzose missverstand sie als persönliche Beleidigung, was zu einem Missverständnis führte. Im Jahr 2008 dokumentierten Anthropologen, die die sizilianische Gestik untersuchten, diese Geste systematisch als "Marker für soziale Vorsicht" in den Interaktionen zwischen Ausländern und Einheimischen. Italienische Filme von Fellini, Visconti und Pasolini (1960-1980er Jahre) zeigen diese Geste in Szenen der Warnung oder des Verdachts. Neuere YouTube-Videos dokumentieren Touristen, die diese Geste in Italien entdecken und nach ihrer Bedeutung suchen.
5. Praktische Empfehlungen
Zu tun: Erkennen Sie in Italien diese Geste als eine freundliche Warnung oder einen Warnhinweis. Nehmen Sie den impliziten Rat oder die Warnung an, ohne beleidigt zu sein. In Süditalien zeigt diese Geste an, dass jemand Ihnen helfen oder Sie vor einer wahrgenommenen Gefahr schützen möchte. Achten Sie auf den Kontext von Stimme und Gesicht, um den Tonfall zu bestimmen.
**Diese Geste darf nicht als persönliche Beleidigung aufgefasst werden. Wiederholen Sie diese Geste nicht außerhalb Italiens, ohne Verwechslungsgefahr. Gehen Sie nicht von Aggressivität oder Böswilligkeit aus. Verwechseln Sie diese Geste nicht mit einer gesundheitlichen oder ophthalmologischen Geste.
Alternativen: Sagen Sie mündlich "Occhio!" oder "Fai attenzione!" (Sei vorsichtig!). Machen Sie eine universelle Warngeste (erhobener Zeigefinger, Kopfschütteln). Verwenden Sie für Nicht-Italiener das gesprochene Wort anstelle der Geste.
Dokumentierte Vorfälle
- — Commerçant a utilisé le geste pour avertir touriste d'arnaque à proximité, mal interprété comme insulte personnelle, créant malentendu.
- — Études anthropologiques documentant ce geste comme "marqueur de prudence sociale" dans interactions entre étrangers et locaux en Sicile.
Praktische Empfehlungen
Zu tun
- En Italie, reconnaître ce geste comme avertissement amical ou protection. Accepter le conseil implicite sans prendre offense. Observer le contexte vocal et facial. En Italie du Sud, ce geste indique souvent qu'on veut vous aider.
Zu vermeiden
- Ne pas prendre pour insulte personnelle. Ne pas le reproduire en dehors d'Italie. Ne pas supposer agressivité. Ne pas le confondre avec geste santé ou ophtalmologique. Ne pas rejeter le conseil implicite.
Neutrale Alternativen
Sagen Sie verbal "Occhio!" oder "Fai attenzione!". Universelle Warngeste (erhobener Zeigefinger). Schütteln Sie den Kopf. Wort statt Geste für Nicht-Italiener.
Quellen
- Gestures: Their Origins and Distribution
- Gesture: Visible Action as Utterance