CodexMundi Gelehrter Atlas der Sinne, die beim Überschreiten von Grenzen verloren gehen

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Das Tabu der linken Hand

Ambivalente Geste: left hand unclean taboo.

VollständigBeleidigung

Kategorie : HandgestenUnterkategorie : contact-hygieneVertrauensniveau : 5/5 (konsens)Benutzername : e0101

Bedeutung

Zielrichtung : In Bearbeitung - siehe Beschreibung_lang.

Interpretierter Sinn : In Bearbeitung - siehe Beschreibung_lang.

Geographie des Missverständnisses

Offensiv

  • india
  • pakistan
  • bangladesh
  • sri-lanka
  • nepal
  • bhutan
  • egypt
  • saudi-arabia
  • uae
  • qatar
  • kuwait
  • bahrain
  • oman
  • lebanon
  • syria
  • jordan
  • iraq
  • morocco
  • algeria
  • tunisia
  • libya
  • senegal
  • ivory-coast
  • ghana
  • nigeria
  • mali
  • burkina-faso
  • benin
  • togo

Neutral

  • usa
  • canada
  • france
  • belgium
  • netherlands
  • luxembourg

Nicht dokumentiert

  • peuples-autochtones

1. Die Geste und ihre erwartete Bedeutung

In Nordafrika, dem Nahen Osten und Südasien (Indien, Pakistan, Bangladesch, Ägypten, Saudi-Arabien, Emirate, Marokko, Nigeria) wird die linke Hand für hygienische und rituelle Zwecke als unrein angesehen. Historisch gesehen ist die linke Hand mit der persönlichen Hygiene und den rituellen Waschungen der Muslime verbunden und ist traditionell für diese Zwecke reserviert. Mit der linken Hand etwas anzubieten, mit der linken Hand zu essen, die linke Hand zu schütteln oder mit der linken Hand auf etwas zu zeigen, ist zutiefst beleidigend und wird als schwerwiegender Mangel an Respekt angesehen. Dies ist eines der hartnäckigsten kinesischen Tabus weltweit.

2. Wo es aus dem Ruder läuft: Geographie des islamischen und südostasiatischen Tabus

Das Tabu der linken Hand erstreckt sich praktisch über die gesamte islamische Welt (Nordafrika, Mittlerer Osten, Pakistan, Indonesien, Malaysia) und das hinduistische Indien/Südasien. Axtell (1998) und Kendon (2004) zählen es zu den schwerwiegendsten Missverständnissen. Im Westen (USA, Kanada, Frankreich, Belgien, Niederlande) gibt es kein entsprechendes Tabu - Linkshänder und Rechtshänder werden gleich behandelt. Hall (1966) stellt fest, dass dieses Tabu tief verwurzelte Bedenken hinsichtlich der rituellen und spirituellen Hygiene widerspiegelt.

3. Historische Entstehung und religiöse Quellen

Das Tabu geht ausdrücklich auf den Koran (Islam) und die Hadithe zurück, die beschreiben, dass die linke Hand für die persönliche Hygiene nach der Notdurft reserviert ist. Die Suren des Korans erwähnen die Bedeutung der Waschungen (Wudhu) und die Trennung der Hände. Poyatos (2002) stellt fest, dass sich dieses Tabu während der klassischen islamischen Periode herauskristallisiert hat und intakt bleibt. Die alten hinduistischen Quellen (Rig Veda) enthalten ebenfalls eine Unterscheidung zwischen reinen und unreinen Händen. Matsumoto & Hwang (2013) dokumentieren, dass das Tabu sogar in der modernisierten jungen städtischen Generation fortbesteht.

4. dokumentierte Vorfälle und berühmte Verstöße

Es kommt immer wieder zu schwerwiegenden Vorfällen, bei denen Reisende oder Diplomaten das Tabu ignorieren. In den USA und in Europa sind Vorfälle dokumentiert, bei denen Einwanderer oder Besucher aus Tabugebieten Angebote mit der linken Hand ablehnten. Reuters und BBC berichteten über diplomatische Zwischenfälle in den Jahren 2000-2010. Meyer (2014, The Culture Map) nennt dieses Tabu als Hauptquelle für interkulturelle Reibung. Die sozialen Netzwerke (2010-2020) haben die Fälle, in denen das Tabu ignoriert wird, verstärkt.

5. Absolute praktische Empfehlungen

ABSOLUT NIEMALS mit der linken Hand in Nordafrika, dem Nahen Osten, Südasien oder der muslimischen Welt schenken, empfangen, die Hand schütteln oder auf sie zeigen. Wenn Sie Linkshänder sind, entschuldigen Sie sich höflich und klären Sie Ihren neurologischen Zustand. In Kontexten, in denen es um Essen, formelle Begrüßungen oder Geschenke geht, ist absolute Wachsamkeit geboten. Auswanderer und Reisende in muslimische oder südasiatische Länder sollten sich dieses Tabu als absolut einprägen. Es gibt keine Ausnahmen oder mildernde Umstände. en: null de: null it: null es: null pl: null zh: null ar: null ja: null origin_history: summary_de: null summary_en: null dated_earliest: null

Dokumentierte Vorfälle

Praktische Empfehlungen

Zu tun

  • Contexte culturel strict. Privilégier validation orale.

Zu vermeiden

  • Ne pas supposer l'effet Facebook mondialisé en contextes ruraux ou pré-internet.

Neutrale Alternativen

Quellen

  1. Morris, D., et al. (1979). Gestures: Their Origins and Distribution. Stein & Day.
  2. Axtell, R. E. (1998). Gestures: The Do's and Taboos. John Wiley & Sons.
  3. Douglas, M. (1966). Purity and Danger: An Analysis of Concepts of Pollution and Taboo. Routledge.
  4. Griffith, R. T. H. (1899). The Rig Veda (English Translation). Online Sanskrit texts.