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Indonesisches "Salam" und "Sungkem"

Salam sungkem: Nase auf Hand, um Respekt und Ehrerbietung in Indonesien auszudrücken, eine Quelle westlichen Unbehagens.

VollständigMissverständnis

Kategorie : GrüßeUnterkategorie : salutations-mainVertrauensniveau : 4/5 (partiell fest)Benutzername : e0257

Bedeutung

Zielrichtung : Handschlag (Salam), ergänzt durch das Auflegen von Stirn und Nase auf die Hand des anderen (Sungkem): Zeichen des großen Respekts gegenüber Älteren oder Autoritäten.

Interpretierter Sinn : Geste, die im Westen als übertrieben, verdächtig oder kompromittierend missverstanden werden könnte; Missverständnis über ihre tatsächliche emotionale Belastung und ihre Unschuld.

Geographie des Missverständnisses

Neutral

  • indonesia

1. Die Geste des maximalen Respekts

Salam-Sungkem ist eine indonesische Begrüßung mit zwei Phasen: zuerst ein normaler Händedruck (Salam), dann hebt sich die rechte Hand des Begrüßenden, um die geballte Hand zur Stirn und Nase zu führen, wo sie kurz ruht (Sungkem). Diese Geste zielt darauf ab, die Essenz oder den Segen der geehrten Person zu "fühlen". Sie wird nur an wichtige Ältere, Eltern, religiöse Autoritäten, Ehepartner am Morgen gerichtet. Niemals zwischen Gleichgestellten. Es ist das Äquivalent zum thailändischen Wai in Bezug auf die Hierarchie, aber mit intimerem Körperkontakt (Firth 1972, Kendon 1990).

2. Interkulturelles Missverständnis: Intimität vs. Respekt

Für einen Westler erscheint Sungkem übertrieben, fast kompromittierend. Einige sehen eine quasi-erotische Dimension (Gesichtssenkung, Nasenkontakt); andere befürchten, dass diese Geste eine unangenehme Unterwürfigkeit oder pathologische Abhängigkeit signalisiert. Im postkolonialen Kontext kann Sungkem von Westlern als Überbleibsel kolonialer Unterwerfung fehlinterpretiert werden. Die tatsächliche Absicht ist jedoch genau umgekehrt: Es ist ein freiwilliger Akt des Respekts, nicht des Zwangs. In Indonesien wird die Verweigerung des Sungkem eines Kindes gegenüber einem Elternteil als Ablehnung angesehen. Ein Westler, der diese Bedeutung nicht kennt, kann respektlos erscheinen, wenn er der Geste ausweicht (Hall 1966, Matsumoto 2006).

3. Historische Wurzeln: Islam und Konfuzianismus

Sungkem entstand aus dem Zusammenfluss von Traditionen: konfuzianischer Respekt vor Älteren (über China und Vietnam vererbt), verschmolzen mit indonesischen islamischen Praktiken der Ehrerbietung (kisah-kishan, Geschichte des Propheten). Während der Sultanatszeit (15.-18. Jh.) war Sungkem eine fast obligatorische Geste der Sultane. Nach der Unabhängigkeit (1945) wertete der indonesische Nationalstaat Sungkem als Marker für die kulturelle Identität gegen die Verwestlichung auf. Der Schulunterricht fördert die Geste gegenüber den Eltern und Lehrern (Duranti 1997).

4. dokumentierte kleinere Vorfälle

Es gab keine größeren diplomatischen Zwischenfälle. Amerikanische Expatriates (Exxon Mobil, 1970-80er Jahre auf Sumatra) berichteten jedoch von anfänglichem Unwohlsein angesichts des Sungkem von einheimischen Untergebenen, die dessen Bedeutung nicht verstanden. Westliche Manager drängten indonesische Angestellte, "sich nicht zu verbeugen" und sorgten damit für Verwirrung: Die Absicht, Respekt zu zeigen, wurde von den Managern als Demütigung interpretiert.

5. Praktische Empfehlungen

Zu tun:

Zu vermeiden:

Dokumentierte Vorfälle

Praktische Empfehlungen

Zu tun

  • Acceptez le sungkem comme respect sincère. Réciproquement, utilisez-le envers aînés indonésiens importants. Reconnaître sa charge positive.

Zu vermeiden

  • Ne refusez pas le geste. Ne l'interprétez pas comme compromission. Ne demandez pas à quelqu'un de ne pas l'utiliser.

Neutrale Alternativen

Quellen

  1. Verbal and bodily rituals of greeting and parting
  2. Conducting Interaction
  3. Universal and culture-specific properties of greetings