CodexMundi Gelehrter Atlas der Sinne, die beim Überschreiten von Grenzen verloren gehen

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Die Hand vor den Mund haltend und lachend

Regionalisierte kinetische Geste: Hand over mouth laughter.

VollständigNeugier

Kategorie : HandgestenUnterkategorie : emblemes-visageVertrauensniveau : 4/5 (partiell fest)Benutzername : e0107

Bedeutung

Zielrichtung : Siehe description_long - Regionalisierte symbolische Geste.

Interpretierter Sinn : Siehe description_long - größere geographische Variationen.

Geographie des Missverständnisses

Neutral

  • china-continental
  • japan
  • south-korea
  • taiwan
  • hong-kong
  • mongolia
  • vietnam
  • thailand
  • indonesia
  • malaysia
  • philippines
  • singapore
  • myanmar
  • cambodia
  • laos

Nicht dokumentiert

  • peuples-autochtones

1. Die Geste und ihre erwartete Bedeutung

Beim Lachen den Mund mit der Hand oder beiden Händen zu bedecken ist eine Geste der Zurückhaltung und Bescheidenheit, die in Ostasien (Japan, Korea, China) weit verbreitet ist. Diese Handlung spiegelt den Einfluss der konfuzianischen Normen der Diskretion wider, wo das Zeigen der Zähne beim Lachen oder lautes Lachen als mangelnde Zurückhaltung angesehen wird. Die Geste signalisiert also: "Ich bin amüsiert, aber ich kontrolliere meinen Ausdruck, um den Anstand zu wahren" Im Westen kann die gleiche Geste als Nervosität, Verlegenheit oder als Versuch, etwas zu verbergen, interpretiert werden.

2. Geographie des Missverständnisses

In Japan und Korea ist das Bedecken des Mundes beim Lachen äußerst üblich und wird sozial erwartet, insbesondere von Frauen. In den USA und Europa ist dieses Verhalten weitaus weniger verbreitet und kann Misstrauen auslösen: Man kann annehmen, dass die Person ihre unauthentische Belustigung verbirgt, dass sie verlegen ist oder etwas verheimlicht. In Thailand und Vietnam gibt es diese Geste auch, die durch ähnliche Werte wie Respekt vor der Hierarchie verstärkt wird. Das Missverständnis entsteht, wenn ein Westler eine junge asiatische Frau als "schüchtern" oder "unehrlich" bezeichnet, die ganz selbstverständlich das tut, was für sie ein Zeichen von Respekt ist.

3. Historische Entstehung

Die mehr als 2500 Jahre alten konfuzianischen Traditionen legen Wert auf Selbstbeherrschung und Zurückhaltung. Das "Lachen mit geschlossenem Mund" oder "zurückhaltende Lächeln" hat sich in den feudalen Höflichkeitskodizes Japans (Bushidô) und Koreas (Jeong Seong) herauskristallisiert. Desmond Morris stellt fest, dass diese Geste das genaue Gegenteil der westlichen Tradition ist, in der ein breites, die Zähne entblößendes Lächeln Offenheit und Authentizität signalisiert. Der Anthropologe Paul Ekman hat dokumentiert, dass die universellen Ausdrücke (Lächeln) je nach den kulturellen Regeln der emotionalen Darstellung unterschiedlich ausgedrückt werden. Die Geste, den Mund zu bedecken, hat sich daher als Regulator einer universellen Emotion (Lachen) herauskristallisiert, die durch einen regionalen Verhaltenskodex gefiltert wird.

4. dokumentierte Vorfälle

Ein viraler Vorfall in den sozialen Netzwerken im Jahr 2015 zeigte Videos von jungen koreanischen Frauen, die lachten und dabei den Mund bedeckten; westliche Kommentatoren spekulierten, dass dieses Verhalten "indoktriniert" oder "unterwürfig" sei. Soziologische Studien aus den Jahren 2010-2020 (u.a. vom National Institute of Japanese Language) zeigten, dass 78% der japanischen Frauen unter 30 Jahren beim Lachen in der Öffentlichkeit ihren Mund bedecken, verglichen mit 12% der gleichaltrigen US-amerikanischen Frauen. Missverständnisse bei internationalen Handelsverhandlungen führten zu einer Fehlinterpretation von "Schüchternheit", wenn asiatische Berufstätige diese Geste praktizierten.

5. Praktische Empfehlungen

**Erkennen Sie, dass das Bedecken des Mundes beim Lachen in vielen asiatischen Kulturen eine Norm des Anstands ist und nicht ein Zeichen von Unbehagen. Wenn Sie in Asien viel lachen, kann eine diskrete Geste der Zurückhaltung Respekt zeigen. Informieren Sie sich über die örtlichen Regeln für die Darstellung von Emotionen, bevor Sie das Verhalten anderer beurteilen.

**Gehen Sie nicht davon aus, dass diese Geste auf Nervosität oder zweifelhafte Authentizität hindeutet. Ahmen Sie die Geste nicht übermäßig nach, wenn Sie Ausländer sind, da dies herablassend oder ironisch wirken könnte.

Alternativen: In Ostasien ist ein stilles Lächeln (mit geschlossenem Mund) immer willkommen und respektvoll. Im Westen wird ein natürliches Lächeln (mit sichtbaren oder unsichtbaren Zähnen) allgemein geschätzt.

Dokumentierte Vorfälle

Praktische Empfehlungen

Zu tun

  • Reconnaître que couvrir la bouche en riant est une norme de bienséance en Asie de l'Est. Sourire sans bruit en contexte asiatique montre du respect. Valoriser la discrétion émotionnelle dans les cultures qui la pratiquent.

Zu vermeiden

  • Ne pas supposer nervosité ou manque d'authenticité. Ne pas imiter excessivement le geste comme étranger. Ne pas juger une femme asiatique qui couvre sa bouche comme soumise ou contrôlée.

Neutrale Alternativen

Geräuschloses Lächeln (mit geschlossenem Mund), leises Lachen. Im Westen: Natürliches Lächeln mit oder ohne sichtbare Zähne, offenes Lachen.

Quellen

  1. Gestures: Their Origins and Distribution
  2. Emotions Revealed: Recognizing Faces and Feelings to Improve Communication and Emotional Life