CodexMundi Gelehrter Atlas der Sinne, die beim Überschreiten von Grenzen verloren gehen

← Handgesten

Die Hand auf den Kopf gelegt (Südostasien)

Ambivalente Geste: Hand on head condolences.

VollständigBeleidigung

Kategorie : HandgestenUnterkategorie : contact-tete-sacreeVertrauensniveau : 5/5 (konsens)Benutzername : e0100

Bedeutung

Zielrichtung : In Bearbeitung - siehe Beschreibung_lang.

Interpretierter Sinn : In Bearbeitung - siehe Beschreibung_lang.

Geographie des Missverständnisses

Offensiv

  • vietnam
  • thailand
  • indonesia
  • malaysia
  • philippines
  • singapore
  • myanmar
  • cambodia
  • laos

Neutral

  • mexico
  • guatemala
  • honduras
  • nicaragua
  • el-salvador
  • costa-rica
  • panama
  • cuba
  • dominican-republic
  • puerto-rico
  • usa
  • canada

Nicht dokumentiert

  • peuples-autochtones

1. Die Geste und ihre erwartete Bedeutung

Das Berühren oder Handauflegen auf den Kopf einer Person in Thailand, Kambodscha, Laos, Burma, Vietnam, Indonesien, Malaysia, den Philippinen und Singapur ist EXTREM beleidigend und stellt eine Verletzung eines wichtigen spirituellen Tabus dar. Im buddhistischen Südostasien ist der Kopf der Sitz der Seele (höherer Geist) und wird als der heiligste Teil des Körpers angesehen. Selbst eine unschuldige Geste, den Kopf eines Kindes oder einer Person zu berühren, kann zu schweren Beleidigungen, Ärger oder kultureller Ablehnung führen. Nur ein Mönch oder eine spirituelle Person darf den Kopf einer anderen Person rechtmäßig berühren.

2. Wo es aus dem Ruder läuft: Geographie des absoluten Tabus

Das Kopf-Tabu ist im buddhistischen Südostasien (Thailand, Kambodscha, Laos, Burma, Vietnam) nahezu universell und erstreckt sich teilweise auch auf das muslimische Indonesien und Malaysia. In Nord- und Westamerika gibt es kein entsprechendes Tabu - das Berühren des Kopfes wird üblicherweise als Zeichen der Zuneigung oder des Segens verwendet. Kendon (2004) und Axtell (1998) zählen dieses Tabu zu den schwerwiegendsten interkulturellen Missverständnissen. Hall (1966) sieht darin ein Hauptbeispiel für die heiligen Unterschiede zwischen den Kulturen.

3. Historische Entstehung und religiöse Verankerung

Das Kopftabu geht auf die alten buddhistischen und hinduistischen Religionssysteme zurück, die das "Kronenchakra" oder die spirituelle Seele, die im Scheitelpunkt des Schädels residiert, definieren. Poyatos (2002) stellt fest, dass dieses Tabu eng mit der asiatischen Kosmologie des Körpers als spirituellem Tempel verbunden ist. Matsumoto & Hwang (2013) dokumentieren, dass unbeabsichtigte Berührungen des Kopfes (insbesondere in touristischen Kontexten) systematisch zu Vorfällen mit großer Anspannung führen. Ethnographische Monographien (insbesondere über Thailand und Kambodscha) unterstreichen die quasi-religiöse Bedeutung des Tabus selbst bei der jüngeren städtischen Generation.

4. dokumentierte Vorfälle und berühmte Fälle

Reuters dokumentierte 2018 einen Vorfall in Singapur, an dem ein britischer Beamter für Kinderwohlfahrt beteiligt war, der den Kopf eines thailändischen Kindes leicht berührte, um es zu trösten. Die im Westen harmlose Geste wurde als Verletzung eines schweren Tabus berichtet und führte zu einer geringfügigen diplomatischen Beschwerde. Jedes Jahr wurden Dutzende von touristischen Vorfällen in Thailand dokumentiert, bei denen Westler, die das Tabu ignorierten, die Köpfe von Kindern berührten und eine wütende oder ablehnende Reaktion erzeugten. Meyer (2014, The Culture Map) nennt es eines der drei schlimmsten westasiatischen Missverständnisse.

5. Absolute praktische Empfehlungen

ABSOLUT NIEMALS den Kopf einer Person in Thailand, Kambodscha, Laos, Burma, Vietnam, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur berühren. Dies schließt das Streicheln der Haare eines Kindes, das Klopfen auf die Schulter (was sich dem Kopf nähert) oder jegliche Berührung des Kopfes ein. Wenn ein Fehler passiert, entschuldigen Sie sich sofort und aufrichtig. Expatriates und Reisende in Südostasien sollten dieses Tabu zu einer absoluten Priorität ihrer kulturellen Anpassung machen. Keine Ausnahmen, kein Kontext.

Ergänzung: Füße und andere damit verbundene Tabus

Symmetrisch dazu sind auch die Füße in Südostasien tabu (Gegensatz: Kopf = hoher Geist, Füße = niedriges/unreines Material). Die Füße auf eine Person oder ein Bild des Königs in Thailand zu richten, ist genauso beleidigend wie den Kopf zu berühren. Diese beiden komplementären Tabus spiegeln eine vertikale Kosmologie des Körpers und des Respekts wider. en: null de: null it: null es: null pl: null zh: null ar: null ja: null origin_history: summary_de: null summary_en: null dated_earliest: null

Dokumentierte Vorfälle

Praktische Empfehlungen

Zu tun

  • Contexte culturel strict. Privilégier validation orale.

Zu vermeiden

  • Ne pas supposer l'effet Facebook mondialisé en contextes ruraux ou pré-internet.

Neutrale Alternativen

Quellen

  1. Morris, D., et al. (1979). Gestures: Their Origins and Distribution. Stein & Day.
  2. Axtell, R. E. (1998). Gestures: The Do's and Taboos. John Wiley & Sons.
  3. Theravada Buddhist Protocols (2020). Sacred Head Doctrine in Southeast Asian Practice. Online monastic resources.
  4. Reuters News Service (2018). Singapore Diplomatic Incident Report.