CodexMundi Gelehrter Atlas der Sinne, die beim Überschreiten von Grenzen verloren gehen

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Finger gekreuzt hinter dem Rücken

Britischer Kindergestus der magischen Aufhebung: »Ich kreuze meine Finger, also zählt diese Lüge nicht.« Selten beleidigend, aber aufschlussreich für eine Kultur der Ausnahmeregelung.

VollständigNeugier

Kategorie : HandgestenUnterkategorie : emblemes-une-mainVertrauensniveau : 2/5 (hypothese mit Quellenangabe)Benutzername : e0114

Bedeutung

Zielrichtung : Magische Annullierung eines Versprechens oder einer zukünftigen Lüge - eine kindliche Geste, die bedeutet "Ich drücke die Daumen, also ist das, was ich sage, nicht bindend".

Interpretierter Sinn : Keine dokumentierten Missverständnisse. Kinder aller Altersgruppen interpretieren gekreuzte Finger als Untreue gegenüber einem gegebenen Wort.

Geographie des Missverständnisses

Neutral

  • uk
  • ireland
  • usa
  • canada
  • australia
  • new-zealand
  • france
  • germany

Nicht dokumentiert

  • asia-pacific
  • middle-east
  • africa

1. Die Geste und ihre erwartete Bedeutung

Gekreuzte Finger (Zeige- und Mittelfinger) hinter dem Rücken versteckt, angekündigt oder geheim gehalten: Signal für die magische Aufhebung eines Versprechens, einer Drohung oder einer Lüge, die man im Begriff ist auszusprechen. Vorherrschend in der britischen, irischen, nordamerikanischen und australischen Kultur. Häufige kindliche Interpretation: "Gott (oder das Glück) kann es mir nicht übel nehmen, wenn ich die Finger kreuze" - eine Art moralischer Joker.

Variante: Die gekreuzten Finger können auch sichtbar VOR sich gehalten werden, als explizite Warnung ("Ich mache das rückgängig, was ich sage"), anstatt sie zu verstecken.

2. Wo es aus dem Ruder läuft: Geographie des Missverständnisses

Keine ernsthaften zwischenmenschlichen Missverständnisse dokumentiert. Dies kann von Erwachsenen mit einer strengeren Kultur als eine Art gebrochener moralischer Vertrag angesehen werden - daher die Reibung in Familien, Schulen und Teams, in denen die Loyalität gegenüber dem Wort hoch ist (strenge militärische, rechtliche und religiöse Kulturen).

Außerhalb der englischsprachigen Gruppe gibt es nur sehr wenig Dokumentation über tatsächliche Beleidigungen.

3. Historische Entstehung

Angeblicher Ursprung: Britische und irische Traditionen des "Kreuzens" negativer Gedanken, die seit dem 16. Jahrhundert in Folkloretexten belegt sind. Alternative Theorie: Christliches Symbol des Kreuzes (sign of the cross), das als Kind missbraucht wurde. Sehr altes schriftliches Zeugnis, aber vor dem 19. Jahrhundert schwer zu finden. Jahrhundert durch angelsächsische Einwanderer in den USA und im Dominion verbreitet.

Die Entstehung als eigentlicher "moralischer Joker" ist wahrscheinlich auf das 19. bis 20.

4. dokumentierte berühmte Vorfälle

Es gibt nur wenige dokumentierte internationale Vorfälle. Die Geste bleibt weitgehend auf den angelsächsischen Kindergebrauch beschränkt. Erwähnung in der britischen Literatur (Lewis Carroll, Roald Dahl) als Zeichen der kindlichen Moralbefreiung, aber keine ernsthaften diplomatischen oder kulturellen Zwischenfälle.

Kleiner Zwischenfall: Verwendung der Geste durch Kinder in mehrsprachigen Schulkontexten (internationale Schulen), wo nicht englischsprachige Kinder die moralische Absicht missverstehen und sie als einfachen Vertragsbruch lesen.

5. Praktische Empfehlungen

Dokumentierte Vorfälle

Praktische Empfehlungen

Zu tun

  • Usage ludique avec enfants anglophone. Dénoncer explicitement si mensonge réel s'ensuit.

Zu vermeiden

  • Ne jamais invoquer pour justifier infidélité à promesse sérieuse. Éviter absolument en contextes légaux, militaires, religieux stricts.

Neutrale Alternativen

Quellen

  1. Morris, D. (1994). Bodytalk: A World Guide to Gestures. Jonathan Cape.
  2. Axtell, R. E. (1998). Gestures: The Do's and Taboos of Body Language Around the World. Revised Edition. John Wiley & Sons.
  3. Kendon, A. (2004). Gesture: Visible Action as Utterance. Cambridge University Press.