Augenrollen (eye-roll)
Augenaufschlag im Westen: "Das kann nicht dein Ernst sein". In Ostasien: nur ein nervöses Zucken, das nichts bedeutet. Eine universelle Geste mit zwei radikal unterschiedlichen Lesarten.
Bedeutung
Zielrichtung : Ein Ausdruck von Frustration, Ungläubigkeit oder Verachtung für das, was der Gesprächspartner sagt oder tut. Stummes und visuelles Signal der Missbilligung.
Interpretierter Sinn : In Ostasien und den nordischen Kulturen ist das Augenrollen weniger als absichtliche Geste der Verachtung kodifiziert - es kann einfach als Nervosität oder Unwohlsein wahrgenommen werden, nicht als absichtliche Provokation.
Geographie des Missverständnisses
Offensiv
- france
- belgium
- netherlands
- usa
- canada
- uk
Neutral
- germany
- south-korea
- japan
- scandinavia
1. Die Geste und ihre erwartete Bedeutung
Die Augen kurz zu schließen und sie nach oben zu drehen - auf Englisch "eye roll" - ist eine kodifizierte westliche Geste, die Frustration, Ungläubigkeit gegenüber dem Gesagten oder absichtliche Verachtung ausdrückt. Es ist ein starkes nonverbales Signal: "Was du sagst / tust, ist lächerlich oder unerträglich". Wird häufig vor Publikum (Familie, Kollegen) ausgeführt, um ein implizites Bündnis gegen das Ziel der Geste aufzubauen.
2. Wo es aus dem Ruder läuft: Geographie des Missverständnisses
In Ostasien (Japan, Südkorea, Festlandchina) ist das Augenrollen keine absichtliche Geste, die im sozialen Repertoire kodifiziert ist. Es kann als ein nervöser Tick, eine unwillkürliche Bewegung aufgrund von Unwohlsein oder Müdigkeit wahrgenommen werden. Ein Japaner, der einem amerikanischen Kollegen gegenüber ein Eye-Roll vollführt, wird als nervös angesehen; die gleiche Geste des amerikanischen Kollegen wird als absichtliche Verachtung oder Herablassung gelesen.
In Skandinavien und Norddeutschland gibt es die Geste, aber sie ist weniger stark polarisiert als in den lateinischen, angelsächsischen oder französischen Kulturen. Die affektive Aufladung ist geringer.
3. Historische Entstehung
Das Augenrollen als Geste der Verachtung taucht in der westlichen Theater- und Literaturtradition seit dem 18. Jahrhundert auf und ist in der satirischen Malerei dokumentiert. Jahrhundert, wo es zu einem gängigen erzählerischen Mittel wurde, um den Zweifel oder die Ungläubigkeit einer Figur ohne Dialog zu signalisieren.
Poyatos (2002) bringt diese Geste mit der westlichen Tradition des dramatischen und theatralischen Gesichtsausdrucks in Verbindung, der in Ostasien weniger geschätzt wird.
4. dokumentierte berühmte Vorfälle
- **Dokumentierte Vorfälle, in denen im Westen aufgewachsene Jugendliche asiatischer Herkunft gegenüber ihren Migranteneltern die Augen verdrehen, die diese Geste als absichtliche Ungehorsamkeit interpretieren, obwohl es sich auch um einen im westlichen Kontext erworbenen nervösen Tick handeln kann. Quelle: [FAMILY_DYNAMICS_ZU_ÜBERPRÜFEN].
- Multikulturelle Schulumgebungen. Britische oder amerikanische Lehrer, die in Asien unterrichten, berichteten, dass sie von der offensichtlichen Abwesenheit von rebellischem Augenrollen bei asiatischen Teenagern überrascht waren - die Geste existiert einfach nicht im sozialen Repertoire. Quelle: [EDUCATION_RESEARCH_AT_VERIFY].
5. Praktische Empfehlungen
- **In Ostasien sollten Sie den Gesichtsausdruck kontrollieren; ein versehentliches Eye-Roll wird falsch interpretiert.
- Tun Sie dies niemals: Verdrehen Sie absichtlich die Augen gegenüber einem Vorgesetzten oder einer Autoritätsperson.
- Alternativen: eine kurze Pause, bewusstes Atmen oder verbales Umformulieren.
Dokumentierte Vorfälle
- — Incidents où roulement d'yeux d'adolescents était mal interprété comme insubordination intentionnelle par parents asiatiques, ou au contraire pas reconnu comme geste intentionnel par éducateurs asiatiques.
Praktische Empfehlungen
Zu tun
- En contexte multiculturel, maîtriser expression faciale. Exprimer frustration verbalement plutôt que par geste.
Zu vermeiden
- Ne pas rouler les yeux intentionnellement envers un supérieur ou figure d'autorité. Éviter ce geste envers collègues asiatiques qui ne le reconnaîtraient pas et seraient mal à l'aise.
Neutrale Alternativen
- Bewusste Pause und Atmung vor verbaler Reaktion.
- Verbale Umformulierung: "Ich stimme nicht zu".
- Neutraler oder leicht zweifelnder Gesichtsausdruck (hochgezogene Augenbrauen).
Quellen
- Poyatos, F. (2002). Nonverbal Communication and Culture. In W. B. Gudykunst & B. Mody (Eds.), Handbook of International and Intercultural Communication (2nd ed.). SAGE Publications.
- Matsumoto, D. & Hwang, H.C. (2013). Cultural similarities and differences in emblematic gestures. Journal of Nonverbal Behavior, 37(1), 1-27. — ↗
- Argyle, M. & Cook, M. (1976). Gaze and Mutual Gaze. Cambridge University Press.