Direkter visueller Kontakt (Indigene Völker Amerikas vs. Westen)
Junger Indianer schaut respektvoll weg. Der Beamte sieht ihn als Verdächtigen. Gleiche Geste, zwei Welten.
Bedeutung
Zielrichtung : Respekt und Zuhören; Blick auf die Erde gerichtet oder leicht abgewandt als eine Form der Rücksichtnahme auf den Gesprächspartner; keine Herausforderung.
Interpretierter Sinn : Abwendung des Blicks durch die indigenen Völker = Respekt. Von Amerikanern/Kanadiern als Schuld, Unaufmerksamkeit oder Feindseligkeit wahrgenommen. Kollision zweier umgekehrter Respektcodes.
Geographie des Missverständnisses
Offensiv
- usa
- canada
Neutral
- peuples-autochtones-amérique-du-nord
1. Die Geste und ihre erwartete Bedeutung
In den Kulturen der indigenen Völker Nordamerikas (Navajo, Cherokee, Lakota usw.) wird direkter und anhaltender Augenkontakt, insbesondere mit Älteren oder Autoritätspersonen, traditionell als respektlos oder aggressiv angesehen. Poyatos (2002) dokumentiert, dass das Fixieren des Blicks mit Konfrontation oder Herausforderung in Verbindung gebracht wird. Kendon (1967) stellt fest, dass das Vermeiden des Blicks oder das Abwenden des Blicks Respekt, Zuhören und Ehrerbietung signalisiert.
Matsumoto & Hwang (2013) stellen fest, dass diese Praxis systematisch in Clan- und Gemeinschaftsstrukturen vorkommt, wo Harmonie und Bescheidenheit über dem westlichen Egalitarismus geschätzt werden.
2. Wo es aus dem Ruder läuft: Geographie des Missverständnisses
Wenn ein Ureinwohner auf einen amerikanischen/kanadischen Beamten oder eine Behörde (Polizist, Sozialarbeiter, Richter) trifft, wird das Abwenden des traditionellen Blicks systematisch als Zeichen von Schuld, mangelnder Kooperation oder feindseliger Absicht missverstanden. Hall (1966) und die westlichen Normen der Strafjustiz bewerten den Blickkontakt als Zeichen von Aufrichtigkeit und Zuverlässigkeit.
Diese Kollision hat schwerwiegende Folgen: Das Abwenden des Blicks in Gegenwart eines Polizisten, ein normales kulturelles Verhalten, wird in Gerichtsverfahren als Element gegen den Beklagten verwendet. Einheimische wurden teilweise aufgrund dieses gestischen Missverständnisses verurteilt.
Argyle & Cook (1976) dokumentieren, dass dieses Phänomen in asymmetrischen Machtkontexten (Polizei/Angehörige, Richter/Angeklagte) besonders toxisch ist.
3. Historische Entstehung
Die Traditionen des Respekts vor Älteren durch Wegschauen bei den indigenen Völkern reichen viele Jahrhunderte zurück und sind in den Philosophien des Lebens in Harmonie mit der Natur und den Strukturen des mündlichen Wissens verwurzelt. Die Autorität der Älteren basiert auf Respekt und Zuhören, nicht auf Dominanz durch Blicke.
Die Kolonialisierung (16.-20. Jahrhundert) führte zu Normen der Macht und Kontrolle, bei denen der Blickkontakt zu einer Waffe der Beherrschung und Überwachung wurde. Die Wohnschulen für Ureinwohner (19.-20. Jh.) setzten den Blickkontakt ausdrücklich als "zivilisatorische" Norm durch.
Dieser Konflikt besteht weiterhin: Die indigenen Normen des Respekts stehen in direktem Gegensatz zu den westlichen Normen der Macht.
4. dokumentierte berühmte Vorfälle
- Gerichtsverfahren Kanada/USA (1980-2020). Berichte, die dokumentieren, dass das Abwenden des Blicks der Ureinwohner vor Gericht als Beweis für Schuld oder Nichtkooperation vorgelegt wird. Quelle: [AUTOCHTONE_JUSTIZ_BERICHTE_ZU_PRÜFEN - Royal Commissions Canada, Truth and Reconciliation Reports].
- Polizeiliche Vorfälle (1990-2020). Verhaftungen und Anhaltungen, bei denen Missverständnisse in der Gestik eine Rolle bei der Eskalation des Konflikts spielten. Quelle: [AUCHTONE_POLIZEI_VORFÄLLE_ZUM_ÜBERPRÜFEN].
5. Praktische Empfehlungen
- **Im indigenen Kontext akzeptieren und respektieren Sie das Abwenden des Blicks als Zeichen des Respekts. Im westlichen/legalen Kontext sollten Sie sich des Missverständnisses bewusst sein und es erklären können.
- Niemals tun: Das Abwenden des Blicks nicht als Schuld interpretieren. Erzwingen Sie keinen Blickkontakt, der als aggressiv empfunden wird. Verwenden Sie Gesten nicht als Beweismittel in Gerichtsverfahren ohne kulturellen Kontext.
- Alternativen: Nicken Sie mit dem Kopf oder verwenden Sie verbale Sprache, um Zuhören und Engagement zu signalisieren. Richten Sie den Blick auf den Boden oder leicht zur Seite anstatt in die Augen.
- Vorsicht: Junge Einheimische in einem zweisprachigen westlichen Kontext lernen, sich anzupassen, aber in einem traditionellen/gemeinschaftlichen Kontext sollten sie die Norm der Blickabneigung respektieren.
Dokumentierte Vorfälle
- — Rapports systématiques que détournement du regard autochtone est mal interprété en cour comme culpabilité, affectant verdicts et sentences.
Praktische Empfehlungen
Zu tun
- Respecter et accepter détournement du regard comme signe respect autochtone. En contexte légal/occidental, expliquer malentendu culturel. Hocher tête pour signaler écoute.
Zu vermeiden
- Ne pas interpréter détournement comme culpabilité. Ne pas imposer contact visuel. Ne pas utiliser geste oculaire comme preuve légale sans contexte. Ne pas présumer hostilité.
Neutrale Alternativen
- Blick auf den Boden oder leicht abgewandte Seite (Zeichen des Respekts der Ureinwohner).
- Nicken oder verbale Sprache, um zu signalisieren, dass Sie zuhören.
- Erklären Sie ausdrücklich Missverständnisse durch Gesten in einem offiziellen/gesetzlichen Kontext.
Quellen
- Some functions of gaze-direction in social interaction
- The Hidden Dimension: Man's Use of Space in Public and Private
- Nonverbal Communication and Culture