amerikanische "How are you?" (rhetorische Frage)
"How are you?" ist in den USA keine echte Frage: englischsprachige Sprachfallen bei der Begrüßung.
Bedeutung
Zielrichtung : Höflichkeitsform ohne Erwartung einer ausführlichen Antwort: Eine verkürzte Begrüßung, oft mit einem Lächeln und einer Nicht-Pause, um auf eine Antwort zu warten.
Interpretierter Sinn : Ein Ausländer antwortet aufrichtig auf die Frage und schildert seine gesundheitlichen oder emotionalen Probleme, was den Amerikaner verunsichert, der ein einfaches "Fine, thanks!" erwartet hatte.
Geographie des Missverständnisses
Neutral
- usa
- canada
1. Syntax und Pragmatik
"How are you?" im amerikanischen Englisch ist grammatikalisch eine Frage, aber pragmatisch eine Formel der sozialen Öffnung (Duranti 1997). Der Amerikaner stellt sie im Vorbeigehen, ohne Pause, ohne längeren Augenkontakt, oft unmittelbar gefolgt von einer anderen Äußerung: "How are you? I'm heading to the meeting, see you there." Es wird nicht erwartet, dass der Gesprächspartner substantiell antwortet: Die formelhafte Antwort "Good" oder "Fine, thanks!" ist ausreichend. Wenn jemand seine tatsächliche Situation detailliert schildert, hält der Amerikaner verlegen inne, weil er eine automatische Formel statt einer echten Frage ausgesprochen hat (Goffman 1967, Kendon 1990).
2. Geographie des Missverständnisses
Für einen Franzosen, Deutschen oder Japaner wird "How are you?" als echte Frage gelesen. Ein Franzose würde "Pas mal, ein wenig müde heute Morgen, und Sie?" mit der Erwartung der Gegenseitigkeit antworten. Ein Deutscher würde Einzelheiten zu seinem Zustand angeben. Ein Japaner würde diese Frage als unangemessenes Eindringen in den persönlichen, privaten Bereich betrachten. Ein Amerikaner erhält diese langen Antworten als implizite Verletzung des Vertrags: Sie sollten die Frage nicht ernst nehmen. Dieses Missverständnis schafft peinliches Schweigen, bei dem der Amerikaner entweder mit gespieltem Interesse zuhören oder die Antwort höflich abbrechen muss. In multinationalen beruflichen Kontexten erzeugt dies bei Europäern die Wahrnehmung, dass der Amerikaner oberflächlich oder falsch ist (Hall 1959, 1966).
3. Historische Entstehung
Diese Formel hat ihre Wurzeln im mittelalterlichen Englisch "How do ye?" und später "How are you?" (16.-17. Jahrhundert). Ursprünglich eine authentische Frage, wird sie im amerikanischen Englisch des 19. bis 20. Jahrhunderts zunehmend automatisiert, insbesondere im städtisch-industriellen Kontext kurzer Begegnungen (Bahnhöfe, Büros, Geschäfte). Die Effizienz der kurzen Begrüßung wird zu einem amerikanischen Wert: keine Zeit für ein echtes Gespräch, also eine leere Floskel. Diese Praxis wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mit amerikanischer kultureller Hegemonie global exportiert: Es ist die "Standardbegrüßung" der angelsächsischen Geschäftswelt.
4. dokumentierte Vorfälle
Keine größeren diplomatischen Zwischenfälle. Jedoch berichten kleinere Zwischenfälle von französischen Auswanderern in Silicon Valley über Unwohlsein: nachdem sie lange auf "How are you?" geantwortet haben, werden sie von einem Amerikaner unterbrochen, der ein anderes Gespräch führt. Ausländische Studenten in den USA berichten von einem Gefühl der Ablehnung, wenn sie feststellen, dass die Amerikaner nicht wirklich etwas über ihren Staat wissen wollen (akademische Berichte, 1990-2010).
5. Praktische Empfehlungen
Zu tun:
- Kurz antworten: "Good, thanks!" oder "Fine!"
- Die Frage nach der Gegenseitigkeit nur hinzufügen, wenn die Pause dies zulässt.
- Akzeptieren Sie, dass es sich um eine Floskel und nicht um echte Neugier handelt.
- Geben Sie keine persönlichen Details als Antwort.
Vermeiden Sie dies:
- Lange oder detaillierte Antworten über Ihre Gesundheit/Emotionen.
- Erwartung, dass der Amerikaner Ihnen weitere Fragen stellt.
- Interpretation als mangelnder Respekt: dies ist eine kulturelle Konvention.
Dokumentierte Vorfälle
- — Tannen 1986 : incompréhensions documentées interculturel claire.
- — Études Meyer 2014 : divergences perceptions Américain-Européen.
Praktische Empfehlungen
Zu tun
- Répondez brièvement : « Good, thanks! » Acceptez que c'est formule, non curiosité. Ne donnez pas détails personnels.
Zu vermeiden
- Pas de réponse longue ou détaillée. Pas d'attente que l'Américain vous pose questions supp. Ne l'interprétez pas comme manque de respect.
Neutrale Alternativen
- "How are you doing?" (gleichwertige Variante)
- "What's up?" (sehr lässige Version)
Quellen
- Universal and culture-specific properties of greetings
- Interaction Ritual
- The Silent Language