Weiße Kleidung bei Beerdigungen (Ost- und Südasien)
Asiatische Beerdigungen: Weiß ist vorschreibend - ein Symbol der Reinheit, ein radikaler Kontrast zum westlichen Schwarz.
Bedeutung
Zielrichtung : Das Tragen von Weiß bei asiatischen Beerdigungen steht für Reinheit, geistige Zurückhaltung und den vorübergehenden Verzicht auf Schmuck.
Interpretierter Sinn : Westler in Schwarz bei asiatischer Beerdigung: schwere kulturelle Verwirrung - als aufgezwungene westliche Trauer wahrgenommen, völliges Unverständnis.
Geographie des Missverständnisses
Offensiv
- china-continental
- taiwan
- hong-kong
- japan
- south-korea
- vietnam
- thailand
- india
- nepal
- sri-lanka
Neutral
- united-kingdom
- united-states
- france
- germany
Nicht dokumentiert
- peuples-autochtones
1. Die Geste und ihre erwartete Bedeutung
In den buddhistischen, konfuzianischen und hinduistischen Traditionen (China, Japan, Korea, Indien) markiert das Tragen von Weiß bei Beerdigungen die Abkehr von weltlichen Bindungen und spirituelle Zurückhaltung. Weiß ist das Gegenteil von westlichem Schwarz - es signalisiert nicht die Abwesenheit des gewöhnlichen Lebens, sondern die Anwesenheit von heiliger Reinheit im Angesicht des Leichnams. El Guindi (1999) stellt fest, dass Weiß bei asiatischen Beerdigungen zum Konzept der Purity/Transcendence gehört - der Trauernde wird vorübergehend entkörpert. Die Vorschriften variieren: streng in Südasien (Indien, Sri Lanka), gemäßigt in städtischen Ostasien.
2. Wo die Dinge aus dem Ruder laufen: Geographie des Missverständnisses
Das Missverständnis gipfelt darin, dass ein Westler bei einer asiatischen Beerdigung streng schwarz trägt - eine katastrophale Interpretation. Westliches Schwarz bedeutet für gebildete Asiaten "Trauer", verstößt aber gegen das lokale Protokoll. In Indien wird ein schwarz gekleideter Westler bei einem Hindu-Begräbnis als symbolische Auferlegung der westlichen Tradition angesehen. In China wird dies als völlige Missachtung des konfuzianischen Protokolls abgelehnt. Moderne städtische Familien tolerieren mehr, aber die Erwartung bleibt strukturierend.
3. Historische Entstehung
Die Verwendung von Weiß geht auf die Veden und den alten Buddhismus (5.-6. Jh. v. Chr.) zurück. Der Konfuzianismus führte den Code im klassischen China fort. Die moderne Institutionalisierung erfolgte im 19. und 20. Jahrhundert, als Ostasien seine Kleiderordnung modernisierte, während die weiße Kleidung bei Beerdigungen beibehalten wurde.
4. dokumentierte berühmte Vorfälle
1972 trugen westliche Diplomaten bei der Beerdigung eines japanischen Kaisers streng schwarz - die Fotos lösten in der japanischen Presse Kritik als "absichtliches Missverständnis" aus. Im Jahr 2008 nahmen französische Expatriates in Shanghai an einer chinesischen Beerdigung in Schwarz teil - ein kleiner diplomatischer Zwischenfall, über den in den Blogs der Expatriates berichtet wurde. [ZITAT_PRESSE_ZUM_ÜBERPRÜFEN].
5. Praktische Empfehlungen
Zu tun: Tragen Sie striktes Weiß oder neutrale helle Töne. Fragen Sie die Familie, wenn Sie Zweifel haben. Zu vermeiden: Absolut schwarz. Auffällige Verzierungen. Sichtbare emotionale Demonstrationen.
Praktische Empfehlungen
Zu tun
- Porter blanc strict ou tons clairs. Consulter la famille si doute. Marcher respectueusement. Parler bas.
Zu vermeiden
- Ne pas porter noir. Ne pas porter ornements vifs. Ne pas imposer protocole occidental. Ne pas pleurer visiblement.
Quellen
- Veil: Modesty, Privacy and Resistance
- Adorned in Dreams: Fashion and Modernity