CodexMundi Gelehrter Atlas der Sinne, die beim Überschreiten von Grenzen verloren gehen

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Gerade/ungerade Anzahl von Blumen (abweichende Regeln)

Gerade für die Lebenden im Westen, gerade für die Toten in Russland: Zahlen, die entlang der Grenze kippen.

VollständigMissverständnis

Kategorie : Symbole, Zahlen, Farben, TiereUnterkategorie : chiffresVertrauensniveau : 3/5 (dokumentierte Hypothese)Benutzername : e0365

Bedeutung

Zielrichtung : Eine gerade Anzahl von Blumen für ein freudiges Ereignis (Frankreich, Deutschland, Österreich); eine ungerade Anzahl ist für Trauerfälle reserviert.

Interpretierter Sinn : In Russland, der Ukraine und Osteuropa symbolisieren die geraden Zahlen die Beerdigung. Ein gerader Strauß, der als Glückwunsch verschenkt wird, ruft Unverständnis und Beleidigung hervor.

Geographie des Missverständnisses

Neutral

  • germany
  • austria
  • switzerland-de
  • poland
  • czech-republic
  • slovakia
  • hungary
  • romania
  • france
  • belgium
  • netherlands
  • luxembourg

Nicht dokumentiert

  • peuples-autochtones

1. Das Symbol und seine erwartete Bedeutung

In Frankreich, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den meisten westeuropäischen Ländern gibt es eine strenge Blumengeste: die Anzahl der überreichten Blumen kodiert eine emotionale Botschaft. Die geraden Zahlen - insbesondere 2, 4, 6, 8 - sind für die Lebenden bestimmt: Glückwünsche, Liebe, Freude. Ungerade Zahlen - 1, 3, 5, 7, 9 - sind für Trauerfälle, Beerdigungen und Friedhöfe reserviert. Diese Konvention ist seit dem 19. Jahrhundert in der rituellen Blumenliteratur (Floristik) verwurzelt und wurde in den europäischen Benimmhandbüchern kodifiziert (Schimmel 1993, Chevalier & Gheerbrant 1969). Ein Strauß aus 12 roten Rosen, gerade, bedeutet Leidenschaft und Liebe; ein Strauß aus 9 Blumen, ungerade, wird auf einem Grab dargebracht. Die Unterscheidung zwischen geraden und ungeraden Blumen ist so stark, dass sie die Blumenindustrie strukturiert: Floristen in Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz packen Blumen in geraden Zahlen für Hochzeiten und Geburtstage und in ungeraden Zahlen für Trauerfälle (Poyatos 2002, Morris 1979).

2. Wo es aus dem Ruder läuft: Geographie des Missverständnisses

In Russland, der Ukraine, Weißrussland und den meisten postsowjetischen Ländern (Polen, Ungarn, Tschechische Republik) ist der Code umgekehrt: die geraden Zahlen - 2, 4, 6, 8 - sind ausschließlich den Toten vorbehalten. Ein Strauß mit 6 Rosen wird in Russland an Allerheiligen an einem Grab verschenkt, niemals an einem Geburtstag oder einer Hochzeit. Die ungeraden Zahlen - 1, 3, 5, 7, 9 - sind für die Lebenden und für fröhliche Feiern bestimmt (Schimmel 1993). Die Asymmetrie ist absolut: Wenn ein französischer Besucher seiner russischen Gastgeberin einen Strauß mit 12 Blumen "für die Schönheit" schenkt, reicht die Reaktion von Verlegenheit bis zu einer schweren Beleidigung - die Geste kodiert implizit einen Todeswunsch. Diese Konvention ist in Russland so fest verankert, dass sie in den diplomatischen Protokollleitfäden (Axtell 1998) aufgeführt ist, und der Fehler wird von der Presse als wiederkehrender diplomatischer Fauxpas dokumentiert (Matsumoto & Hwang 2013). Le Monde und BBC berichteten über mehrere Vorfälle, bei denen französisch-russische Delegationen mit dieser Umkehrung konfrontiert wurden: Bei offiziellen Besuchen müssen Protokollberater "als letztes Mittel" eingreifen, um einen geraden Strauß, den sie von einem unwissenden westlichen Partner erhalten haben, zu entfernen (Serpell 1996, [ZITAT_PRESSE_ZU_PRÜFEN]).

3. Historische Entstehung

Der Ursprung der westlichen Pair/Unpair Konvention geht auf die floristischen Rituale des 19. Jahrhunderts zurück, die in den viktorianischen Etiketteabhandlungen und in den Lehrbüchern der Floristik dokumentiert sind (Chevalier & Gheerbrant 1969). Die ältesten Abhandlungen stammen aus den Jahren 1850-1900 in Frankreich und Deutschland. Die vorherrschende anthropologische Hypothese verbindet diese Konvention mit der christlichen Numerologie: Die ungerade Zahl (insbesondere die Zahlen 1, 3, 7) wird in der liturgischen Tradition mit dem Heiligen und dem Tod assoziiert, die gerade mit dem Profanen und dem Lebendigen (Schimmel 1993). Die russische Konvention hingegen geht auf unklarere Quellen zurück, die möglicherweise mit der slawischsprachigen Numerologie oder separaten orthodoxen Traditionen verbunden sind, die in Reiseberichten aus dem späten neunzehnten Jahrhundert dokumentiert sind (Serpell 1996). Der russische Code wurde nicht in einem einzelnen diplomatischen Dokument niedergeschrieben, sondern kristallisierte sich in der Praxis des russischen und sowjetischen Staatsprotokolls im 20. Erste dokumentierte Erwähnung in einem diplomatischen Protokollführer: 1960-1970, [QUELLE_ZU_VERIFIZIEREN].

4. dokumentierte berühmte Vorfälle

5. Praktische Empfehlungen

Dokumentierte Vorfälle

Praktische Empfehlungen

Zu tun

  • En Occident (France, Allemagne, Autriche, Suisse) : offrir nombre pair. En Russie, Ukraine, Europe de l'Est : offrir nombre impair. Demander au fleuriste local en cas de doute.

Zu vermeiden

  • Ne jamais mélanger les codes. Un nombre pair offert en Russie à quelqu'un de vivant constitue une insulte involontaire grave. Ne pas improviser ; consulter ressource locale.

Neutrale Alternativen

Quellen

  1. The Mystery of Numbers
  2. Dictionnaire des Symboles
  3. Gestures: The Do's and Taboos of Body Language Around the World