CodexMundi Gelehrter Atlas der Sinne, die beim Überschreiten von Grenzen verloren gehen

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Das Streicheln des Kopfes eines Kindes (Südost-Buddhismus)

Die Berührung des Kopfes eines thailändischen oder laotischen Kindes beleidigt den heiligsten Teil des Körpers.

VollständigBeleidigung

Kategorie : Berühren SieUnterkategorie : contact-teteVertrauensniveau : 3/5 (dokumentierte Hypothese)Benutzername : e0158

Bedeutung

Zielrichtung : Eine Geste der Zärtlichkeit, der Zustimmung oder des Segens gegenüber einem Kind in westlichen Gesellschaften - ein neutrales Zeichen der Zuneigung und Ermutigung.

Interpretierter Sinn : In Thailand, Laos und Kambodscha ist der direkte Kontakt mit dem Kopf - dem spirituellen Heiligtum des Körpers gemäß der buddhistischen Kosmologie - eine schwere religiöse Beleidigung und ein großes persönliches Vergehen.

Geographie des Missverständnisses

Offensiv

  • vietnam
  • thailand
  • indonesia
  • malaysia
  • philippines
  • singapore
  • myanmar
  • cambodia
  • laos

Neutral

  • usa
  • canada
  • france
  • belgium
  • netherlands
  • luxembourg

Nicht dokumentiert

  • peuples-autochtones

1. Die Geste und ihre erwartete Bedeutung

Das Streicheln oder leichte Tippen auf den Kopf eines Kindes ist in der westlichen Welt (USA, Kanada, Frankreich, Belgien, Niederlande) eine normative Geste der Zärtlichkeit, der Zustimmung oder der Ermutigung. Das Kind erhält eine positive emotionale Botschaft: "Das hast du gut gemacht", "Ich liebe dich", "Ich kümmere mich um dich". Der Kopfkontakt wird als ein sicherer Bereich wahrgenommen, der mit dem Schutz der Eltern verbunden ist. Westliche Kinderärzte und Pädagogen empfehlen sie als Vektor für eine frühe Bindung. Diese Geste ist Teil der nordatlantischen Proxemik des "emotionalen Kontakts", die seit Field's (2010) Arbeit über den Touch für die sozial-emotionale Entwicklung dokumentiert ist.

2. Wo es aus dem Ruder läuft: Geographie des Missverständnisses

In Thailand, Kambodscha, Laos und in geringerem Maße in Vietnam und Myanmar stellt der absichtliche Kontakt mit dem Kopf einer Person - und insbesondere eines Kindes - einen schweren Verstoß gegen die Kosmologie des Theravada-Buddhismus dar. Der Kopf ist das spirituelle Heiligtum des Körpers (Pali: "Siras"), der Sitz des Bewusstseins und des individuellen Karmas. Ihn zu berühren bedeutet, die spirituelle Integrität der Person zu verletzen und sie in der kosmischen Ordnung zu mindern. Dieses Tabu ist ausdrücklich in den buddhistischen Kodexen der klösterlichen Ethik (Vinaya) verankert und besteht sowohl in der städtischen als auch in der ländlichen Bevölkerung hartnäckig fort. Bei einem Kind mildert die Geste die Beleidigung nicht ab, sondern verstärkt sie, da das Kind die Unschuld und karmische Reinheit verkörpert. Eine westliche Berührung, selbst wenn sie wohlwollend ist, wird als entweihendes Eindringen empfunden. Mehrere anthropologische Berichte berichten von Situationen, in denen dieses Missverständnis zu einer Konfrontation in der Familie oder der Gemeinschaft führte (Jourard 1966, Remland et al. 1995).

3. Historische Entstehung

Das Tabu des Schädelkontakts im buddhistischen Südostasien geht auf die vorklassischen Schichten des Theravada-Buddhismus (1.-4. Jh.) zurück und integriert und interpretiert die früheren hinduistischen und protomalaiischen Kosmologien neu. Die Texte des Vinaya (Klosterdisziplin) kodifizieren ausdrücklich das Verbot des Kontakts des Schädels zwischen Personen unterschiedlicher Kasten oder Stände. Mit der Institutionalisierung des Buddhismus im 12. bis 13. Jahrhundert wurde dieses Tabu außerhalb der Klöster universalisiert und galt auch für die weltliche Gesellschaft. Die erste akademische Erwähnung von tier-1 geht auf Jourard (1966) zurück, der sich mit der Zugänglichkeit des Körpers in verschiedenen Kulturen befasste.

4. dokumentierte berühmte Vorfälle

5. Praktische Empfehlungen

Dokumentierte Vorfälle

Praktische Empfehlungen

Zu tun

  • Saluer les enfants par un sourire, une inclinaison légère de la tête, ou le wai (gestes des mains jointes sans contact). Accepter l'initiative de contact si l'enfant l'initie. Utiliser la voix, des gestes non-tactiles pour l'encouragement.

Zu vermeiden

  • Ne jamais caresser, tapoter ou coiffer la tête d'un enfant ou adulte en Thaïlande, Cambodge, Laos, Vietnam ou Myanmar. Même la tendresse motivée y sera interprétée comme manquement grave au respect spirituel et violation de l'intégrité cosmique.

Neutrale Alternativen

Quellen

  1. Morris, D., Collett, P., Marsh, P., & O'Shaughnessy, M. (1979). Gestures: Their Origins and Distribution. Stein & Day / Jonathan Cape.
  2. Axtell, R. E. (1998). Gestures: The Do's and Taboos of Body Language Around the World (revised edition). John Wiley & Sons.
  3. Matsumoto, D. & Hwang, H.C. (2013). Cultural similarities and differences in emblematic gestures. Journal of Nonverbal Behavior, 37(1), 1-27. —