Chrysanthemen schenken (Leichentabu - Frankreich, Italien)
Chrysanthemen sind in Frankreich und Italien für Beerdigungen reserviert. Als Geschenk werden sie als Fluch angesehen.
Bedeutung
Zielrichtung : Chrysanthemen sind attraktive und langlebige Blumen, die als repräsentative Sträuße oder Dekorationen angeboten werden.
Interpretierter Sinn : In Frankreich und Italien sind Chrysanthemen für Friedhöfe und Beerdigungen reserviert und symbolisieren den Tod und die Trauer.
Geographie des Missverständnisses
Offensiv
- france
- italy
- spain
- portugal
- belgium
- netherlands
- luxembourg
- germany
- austria
Neutral
- usa
- canada
- uk
- japan
- south-korea
1. Die Geste und ihre erwartete Bedeutung
Chrysanthemen sind langlebige und elegante Blumen, die in Nordamerika und Japan als Prestigegeschenke geschätzt werden. Ihre lange Blütezeit (Herbst bis Winter) macht sie beliebt für Firmensträuße oder häusliche Arrangements.
2. Wo es aus dem Ruder läuft: Geographie des Missverständnisses
In Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und den deutsch-belgischen Ländern werden Chrysanthemen ausschließlich mit Friedhöfen und Beerdigungen in Verbindung gebracht. Diese Assoziation geht auf die katholische Tradition des Blumenopfers an Allerheiligen (1. November) zurück. Das Schenken einer Chrysantheme an eine lebende Person wird als Vorbote des bevorstehenden Todes oder als Fluch interpretiert. Dieses Tabu ist so tief verwurzelt, dass französische und italienische Floristen sich weigern, Chrysanthemen für glückliche Anlässe zuzubereiten.
3. Historische Entstehung
Die Assoziation geht auf das mittelalterliche katholische Allerheiligen zurück: Chrysanthemen wurden aufgrund ihrer Robustheit im Herbst-Winter-Klima ausgewählt, um die Blumenbeete an den Gräbern begehbar zu machen. Im 19. und 20. Jahrhundert institutionalisierte sich der Brauch in Kontinentaleuropa. Mauss (1925) und Hendry (1993) dokumentieren, wie Blumen in verschiedenen Kontexten tödliche Bedeutung erlangen. Die weiße Chrysantheme wird im lateinischen Frankreich zur Trauerblume par excellence.
4. dokumentierte berühmte Vorfälle
2003 nahm ein Pariser Florist (Maison du Foin) einen Auftrag von einem britischen Kunden an, der einen "Strauß gelber Chrysanthemen" für den Geburtstag einer französischen Kundin verlangte. Der Blumenstrauß verursachte eine schwere Beleidigung; die Kundin glaubte, einen "Blumenfluch" zu erhalten. Seitdem warnen cross-cultural business Handbücher (Financial Times 2008) regelmäßig vor Chrysanthemen in Frankreich und Italien.
5. Praktische Empfehlungen
**Vermeiden Sie Chrysanthemen in Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und den deutsch-belgischen Gebieten. Schenken Sie Rosen, Tulpen, rote Nelken, Lilien, Pfingstrosen. Beraten Sie sich mit einem örtlichen Floristen.
Vermeiden Sie: Schenken Sie niemals Chrysanthemen an Personen, die in einem angrenzenden Beerdigungsumfeld leben (Frankreich, Italien, Iberien, deutsch-belgische Gebiete).
Praktische Empfehlungen
Zu tun
- • Éviter totalement les chrysanthèmes en France, Italie, Espagne, Portugal, Allemagne, Autriche, Belgique. • Offrir des roses, tulipes, œillets rouges ou roses, lys, pivoines. • Consulter un florist local pour confirmer conventions régionales.
Zu vermeiden
- • Ne jamais offrir de chrysanthèmes à quelqu'un de vivant en contexte funéraire-adjacent. • Ne pas supposer que jeunes générations ignorent ce tabou : persistance > 85 %.
Neutrale Alternativen
- Rote oder rosa Rosen
- Tulpen
- Rote oder rosa Nelken
- Weiße oder rosa Lilien
- Pfingstrosen
- Orchideen
Quellen
- Essai sur le don
- Wrapping Culture: Politeness, Presentation, and Power in Japan and Other Societies