Geschenkzeremonie (Japan)
In Japan sind Werbegeschenke ritualisiert. Eine schlechte Präsentation macht die Geste zunichte.
Bedeutung
Zielrichtung : Überreichen Sie ein Geschenk mit einer Verbeugung mit beiden Händen, mindestens 100 EUR, sorgfältig verpackt.
Interpretierter Sinn : Ein billiges, schlecht verpacktes Geschenk mit einer Hand überreichen und sagen "das ist schon in Ordnung".
Geographie des Missverständnisses
Neutral
- japan
1. heilige Verpackung: Tsutsumi (包み)
In Japan ist die Verpackung des Geschenks (Tsutsumi) genauso wichtig wie das Geschenk selbst. Sie spiegelt den Respekt, die Liebe zum Detail und die aufrichtige Absicht des Schenkers wider. Ein professionell verpacktes Geschenk mit hochwertigem Papier und sauberen Falten sagt: "Ich respektiere dich genug, um Zeit und Kunst in diese Präsentation zu investieren"
2. Anfängliche Ablehnung und Protokoll der drei Ablehnungen
Wenn in Japan ein Geschenk überreicht wird, lehnt der Empfänger IMMER zuerst ab, manchmal auch zwei oder drei Mal. Dies ist kein echter Einwand, sondern eine Demonstration von Bescheidenheit und Nicht-Gönnerschaft. Der Schenker muss sanft darauf bestehen, und der Empfänger akzeptiert schließlich. Dieses Ritual bestätigt, dass das Geschenk kein Versuch der Bestechung ist, sondern ein Ausdruck des gegenseitigen Respekts.
3. Hierarchische Reihenfolge und Timing
Geschäftsgeschenke in Japan folgen einer strengen hierarchischen Reihenfolge: zuerst der Generaldirektor, dann die Direktoren und dann die leitenden Angestellten. Es zeugt von einem oberflächlichen Verständnis der japanischen Sozialstruktur, wenn auf allen Ebenen ein gleichwertiges Geschenk gemacht wird. Prestigevollere Geschenke erhalten die höheren Positionen.
4. Timing der Geschenke: Jahreszeiten und Anlässe
Geschäftsgeschenke werden traditionell in zwei Zeiträumen gemacht: "Chugen" (Sommer, Mitte Juli) und "Seibo" (Jahresende, Dezember). Außerhalb dieser Zeiträume kann ein Geschenk unpassend erscheinen oder einen unangemessenen Verhandlungsversuch markieren.
5. Verbotene Symbole und Konventionen
Einige Geschenke sind streng tabu: Messer (symbolisieren Trennung), Schuhe (Konnotation des Zertretens), Uhren (Konnotation des Todes, Uhr klingt phonetisch ähnlich), Regenschirme (schlechtes Omen). Die Zahlen 4 und 9 sind Unglücksbringer (Homophon von "Tod" und "Leiden" auf Japanisch).
Dokumentierte Vorfälle
- — Un manager britannique offre un parapluie luxe à un PDG japonais en guise de cadeau d'affaires. Le PDG le refuse poliment, puis le britannique insiste maladroitement. Le PDG accepte finalement, visiblement mal à l'aise (parapluie = mauvais augure). La relation s'est durcie. Deux mois plus tard, le contrat a échoué (coïncidence ou symbolisme ?). Leçon : respecter les tabous symboliques japonais.
Praktische Empfehlungen
Zu tun
- Offrir un cadeau bien emballé (papier épais, plis nets). S'attendre à un refus initial, insister gentiment. Choisir des cadeaux de qualité premium (montres haut de gamme, stylos, cognac). Respecter l'ordre hiérarchique.
Zu vermeiden
- Ne pas offrir de couteaux, chaussures, montres ordinaires, parapluies, ou cadeaux aux numéros 4 ou 9. Ne pas emballage négligé. Ne pas offrir des cadeaux équivalents sur tous les niveaux hiérarchiques.
Neutrale Alternativen
Im Westen ist das Verpacken eine Höflichkeit, aber kein Ritual. Eine anfängliche Ablehnung gibt es nicht. Berufliche Geschenke sind informeller und weniger symbolisch.
Quellen
- Japanese Etiquette and Ethics in Business
- Wrapping Culture: Politeness, Presentation, and Power in Japan and Other Societies