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Schwarz (Trauer - Westen)

Schwarz = strenge Trauer im Westen (schwarzer Anzug, schwarze Krawatte). Weiß = Trauer in Ostasien. Zwei gegensätzliche Codes, zwei unvereinbare Rituale.

VollständigNeugier

Kategorie : Symbole, Zahlen, Farben, TiereUnterkategorie : couleursVertrauensniveau : 3/5 (dokumentierte Hypothese)Benutzername : e0341

Bedeutung

Zielrichtung : Schwarz = offizielle Trauer, Beerdigungszeremonie, Respekt für den Verstorbenen im Westen und in Europa.

Interpretierter Sinn : Schwarz bei Beerdigungen ist ein strenger westlicher Code (19.-20. Jh.), der in Ostasien, wo Weiß dominiert, kaum anerkannt wird. Ein chinesischer Geschäftsmann fühlt sich angesichts der schwarzen Uniform bei westlichen Beerdigungen unwohl.

Geographie des Missverständnisses

Offensiv

  • usa
  • canada
  • france
  • germany
  • uk
  • belgium
  • netherlands

Neutral

  • china-continental
  • japan
  • south-korea
  • mexico

1. Westliches Schwarz = kodifizierte Trauer

In Westeuropa und Nordamerika ist Schwarz seit dem 17. Jahrhundert die unumgängliche Kleiderordnung für Beerdigungen. Schwarz absorbiert das Licht und symbolisiert Abwesenheit, Leere und Trauer. Die viktorianische Etikette (19. Jh.) kristallisierte den "mourning dress" in strengem Schwarz heraus: dunkler Anzug für Männer, schwarzes Kleid für Frauen, schwarze Streifen um die Arme (Manschette), absolutes Schwarz für mindestens 3 Monate.

Diese Konvention besteht bis heute: Westliche Beerdigungen ohne Schwarz werden als Mangel an Respekt gegenüber dem Verstorbenen und der Familie angesehen. Selbst Nichtgläubige halten sich an den schwarzen Kodex.

2. Abwesenheit von Schwarz in Ostasien

In China, Japan und Südkorea wird die Farbe Schwarz nicht speziell mit Trauer in Verbindung gebracht. Weiß ist die vorherrschende Farbe (siehe e0340). Schwarz ist neutral, gewöhnlich und wird täglich getragen. Ein asiatischer Verstorbener, der von einer Delegation in schwarzer Kleidung empfangen wird, läuft Gefahr, missverstanden zu werden: "Warum diese dunkle Kleidung? Mangelnder Respekt?

Die Asymmetrie ist vollkommen: Asiatische Beerdigungsrituale beinhalten Weiß, nicht Schwarz als Zeichen der Trauer. Ein Westler, der bei einem asiatischen Todesfall schwarz gekleidet ist, wird möglicherweise nicht sofort verstanden.

3. Historische Entstehung des westlichen Schwarz

Das schwarze Begräbnis kam im Mittelalter in Europa allmählich auf, verstärkt durch die katholische Hegemonie (schwarz = Buße, Kasteiung). In der Neuzeit (16.-17. Jh.) wurde es vollständig institutionalisiert, insbesondere in Italien, Frankreich und Spanien. Königin Victoria (1840) erweiterte den Code: Sie trug nach dem Tod von Prinz Albert komplett schwarz und etablierte damit die viktorianische Trauer-Ikonographie, die bis ins 20.

Die Kombination von Schwarz und Trauer ist also im Wesentlichen eine europäische, postmittelalterliche Assoziation, die durch die viktorianische Bourgeoisie und die moderne Standardisierung der Kleidung gestärkt wurde.

4. dokumentierte berühmte Vorfälle

5. Praktische Empfehlungen

Dokumentierte Vorfälle

Praktische Empfehlungen

Zu tun

  • Porter du noir strict aux funérailles occidentales. En Asie, demander la couleur préférée avant la cérémonie.

Zu vermeiden

  • Ne pas critiquer le blanc aux obsèques asiatiques. Ne pas présenter le noir comme « seule couleur appropriée » globalement.

Neutrale Alternativen

Quellen

  1. Dictionnaire des symboles et des imageries du Moyen Âge
  2. Color psychology