Dua - Gebetsruf an die Ohren (Islam)
Muslimisches Dua: Der Azan (Gebetsruf) wird dem Neugeborenen innerhalb von 24 Stunden ins Ohr rezitiert. Vorgeschriebene religiöse und spirituelle Einführung
Bedeutung
Zielrichtung : Der Azan (Dua), der in die Ohren des Neugeborenen rezitiert wird, führt das Kind in den Islam und das Gebet ein.
Interpretierter Sinn : Der Westen sieht den Azan als exotischen Gesang und ignoriert die vorgeschriebene religiöse Bedeutung.
Geographie des Missverständnisses
Neutral
- saudi-arabia
- egypt
- indonesia
- malaysia
1. Die Geste und ihre erwartete Bedeutung
Gemäß der islamischen Sunna (den Lehren des Propheten Muhammad) ist es eine wichtige Praxis bei der Geburt, den Adhan (الأذان - der Gebetsruf) ins Ohr des Neugeborenen zu rezitieren, insbesondere in den ersten sieben Lebenstagen. Der Adhan beginnt mit "Allahu Akbar" (Gott ist groß) und enthält die Grundlagen des muslimischen Glaubens. Der Brauch ist: den vollständigen Adhan am RECHTEN Ohr des Babys zu rezitieren, dann die Iqama (الإقامة - eine kürzere Variante) am LINKEN Ohr. Diese Praxis symbolisiert die Präsentation des Babys vor Gott und seine Aufnahme in die muslimische Gemeinschaft. Es ist ein Akt der Absicht (niyyah) - das Kind von Geburt an im Glauben zu etablieren. Sie ist nicht obligatorisch (wajib), wird aber dringend empfohlen (Sunna muakkadah).
2. Wo die Dinge aus dem Ruder laufen
Den Adhan auf respektlose Weise zu rezitieren, mit falscher Aussprache oder spöttischer Absicht, kann die muslimischen Eltern zutiefst beleidigen. Ein schreiendes oder leidendes Baby zum Adhan zu zwingen, anstatt es zum richtigen Zeitpunkt zu tun, kann brutal erscheinen. Darüber hinaus können nicht-muslimische Familien, die diese Geste ohne tiefes religiöses Verständnis kopieren (nur weil es eine "schöne Tradition" ist), schlecht angesehen werden - Aufrichtigkeit zählt viel. Schließlich darf in einigen strengen islamischen Schulen nur ein Elternteil oder ein Imam rezitieren - Freunde oder Krankenschwestern dies tun zu lassen, kann als unangemessen angesehen werden.
3. Historische Entstehung
Diese Praxis ist in den authentischen Hadithen (Berichte über die Worte und Taten des Propheten Muhammad) dokumentiert. Der von Abu Rafi' überlieferte Hadith (Sahih al-Bukhari, Hadith 5470 und anderswo) besagt, dass der Prophet den Adhan in das Ohr von Fatimas Sohn (seinem Enkel Hassan) rezitierte. Diese Praxis spiegelt die islamische Theologie des WILAYADAH (ولاية - spirituelle Bewachung/Schutz) wider: Das Baby kommt im Zustand der fitrah (فطرة - angeborene Reinheit) auf die Welt und der Adhan führt es sofort in den monotheistischen Glauben ein. Yusuf al-Qaradawi (Halal and Haram in Islam, American Trust Publications, 1999) klassifiziert diese Praxis als Sunna muakkadah (starke Empfehlung) - nicht rechtlich verpflichtend unter islamischem Recht, aber stark gefördert für den spirituellen Segen (Baraka). Es gibt regionale Varianten: Einige Muslime rezitieren auch die Basmala (بسم الله الرحمن الرحيم - im Namen Gottes...) vor dem Adhan, andere fügen eine Dua (persönliche Anrufung) nach dem Adhan hinzu.
4. Berühmte Vorfälle
2015: Ein Video von einem Imam, der den Adhan vor einem Baby rezitiert, geht im Westen unter dem Titel "Islam Indoctrinating Babies" viral. Reaktion der muslimischen Gemeinschaften: geduldige Erklärung, dass es sich um eine Tradition des Segens und nicht der Indoktrination handelt. Die interkulturelle Debatte erinnert an die Gefahr von Missverständnissen über religiöse Praktiken. 2008: Ein Krankenhaus in Frankreich verweigert muslimischen Eltern das Rezitieren des Adhan auf der Entbindungsstation mit der Begründung, dass es "zu laut" sei. Klage wegen religiöser Diskriminierung, die nach Vermittlung schließlich akzeptiert wurde. 2020 : Während der Pandemie erhielten einige Babys, die in geschlossenen Räumen geboren wurden, den Adhan nicht auf der Entbindungsstation - die Familien organisierten Spätvorstellungen und erinnerten an die Bedeutung dieser Praxis in der muslimischen Identität.
5. Empfehlungen
Für muslimische Eltern: Beten Sie den Adhan aufrichtig und mit guter Aussprache, idealerweise innerhalb der ersten sieben Tage, aber nicht zwingend, wenn es zu spät ist. Für Pflegepersonal im westlichen Umfeld: Akzeptieren und erleichtern Sie diese Praxis - sie ist harmlos und spirituell wichtig. Für Nicht-Muslime: Wenn Sie zur Teilnahme eingeladen werden, fragen Sie zuerst nach den entsprechenden Worten und rezitieren Sie mit Respekt, oder beobachten Sie einfach in Stille. Für Konvertiten zum Islam: Lernen Sie die korrekte Rezitation des Adhan von einem Imam. Die Praxis ist nicht frivol - sie prägt das Kind von Geburt an im Glauben, daher ist sie so wichtig. Respektieren Sie die tiefe religiöse Absicht und reduzieren Sie sie nicht auf eine "schöne exotische Tradition".
Dokumentierte Vorfälle
- 2015 — Malentendu occidental : Adhan perçu comme "endoctrinement" au lieu de bénédiction
- 2008 — Refus pratique Adhan pour bruit - plainte discrimination, médiation acceptée
- 2020 — Bébés nés en isolement sans Adhan - familles organisent séances tardives
Praktische Empfehlungen
Zu tun
- Respecter l'Azan comme introduction religieuse sacrée.
Zu vermeiden
- Ne pas assimiler à costume folklorique. Ne pas interrompre l'Azan.
Neutrale Alternativen
- Basmala allein (vereinfachte Anrufung)
- Personalisierte Dua (Bittgebet nach Adhan)
- Aqiqah-Zeremonie später (Tieropfer, empfohlen an Tag 7)
Quellen
- Sunan Abu Dawud, Hadith n. 5105 (recit d'Abu Rafi' - Adhan a l'oreille de Hasan ibn Ali)
- The Lawful and the Prohibited in Islam
- Fiqh us-Sunnah